April122013

Zwei Meldungen

Zwei Meldungen, die offensichtlich nichts miteinander zu tun haben. Zum einen weniger Missbrauchsfälle in der röm.-kath. Kirche und Bischof Mixa segnet Kinder.
Dass weniger Missbrauchsfälle gemeldet werden ist hauptsächlich zwei Ursachen geschuldet. Zum einen, dass es weniger Internate der Kirche gibt und darüber hinaus erheblich weniger Priester, zum anderen aber auch, dass die Kirche Vertrauen, das ansatzweise zurückgewonnen werden konnte bei Opfern und deren Angehörigen mittlerweile restlos verloren hat. Ein Mixa, der auf Einladung Kinder segnet, dem offensichtlich “Gläubige” noch immer ihre Kinder anvertrauen macht die Glaubwürdigkeitskrise der Kirche nicht nur bildhaft deutlich. Bis heute wurde keiner der Mittäter aus dem Amt entfernt die über viele Jahre dafür sorgten, dass die Verbrechen vertuscht und die Täter gedeckt wurden. Bis heute sind diese, so sie nicht gestorben sind, in Amt und Würden und kassieren monatlich mehr als man ihren Opfern einmalig zugesteht. Angehörige von Opfern trauen sich nicht in den Gemeinden, in denen sie zum Teil in verantwortlicher Position ehrenamtlich tätig sind, von ihrem Vater, ihrem Mann, ihrem Bruder zu erzählen, weil sie bestenfalls auf Ignoranz stoßen, oft jedoch auch auf Lobgesänge auf den Täter, der doch nie … Und man/frau wird stumm und schweigt. Auch Opfer, die noch lange mit sich gerungen haben, ob sie sich bei offiziellen Stellen melden sollten verstummen immer mehr. Immer weniger gemeldete Missbrauchsfälle? Dies ist auch ein Indiz für das um sich greifende Schweigen von Betroffenen, und so nur bedingt eine positive Nachricht.

Seite 1 von 1